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Entsorgungskompass

Was gilt bei alter Glas- und Steinwolle?

Zuletzt geprüft am

Kurz gesagt: Künstliche Mineralfasern — Glaswolle wie Steinwolle — aus der Zeit vor 1996 sind so beschaffen, dass sie in der Lunge lange verbleiben; nach der TRGS 521 sind sie deshalb als krebserzeugend einzustufen. Seit Juni 2000 hergestellte Wolle muss die Freizeichnungskriterien aus Anhang II Nummer 5 der Gefahrstoffverordnung erfüllen, und der verbreitete Nachweis dafür ist das RAL-Gütezeichen. Für alte Wolle gilt die TRGS 521: staubarm ausbauen, nicht reißen oder zerkleinern, staubdicht verpacken, Atemschutz und geschlossene Kleidung. Ohne Kennzeichnung lässt sich das Alter am Baustoff nicht ablesen — dann behandeln Sie die Wolle wie alte.

Woran Sie Alte Mineralwolle erkennen

Der belastbare Hinweis ist das RAL-Gütezeichen auf der Verpackung oder dem Bandagenaufdruck: Es steht für Wolle, die die Freizeichnungskriterien erfüllt. Fehlt es, entscheidet das Einbaujahr — vor 1996 ist die Wolle alt, nach Juni 2000 neu, und dazwischen liegt eine Zeitspanne, in der beides verbaut wurde. Am Material selbst ist der Unterschied nicht zu sehen: Farbe, Griff und Faserbild unterscheiden alte und neue Wolle nicht zuverlässig. Wer die Dämmung aus einem Dach der achtziger oder frühen neunziger Jahre ausbaut, geht deshalb von alter Wolle aus.

Alte Mineralwolle: was die Vorschrift verlangt

  1. Für Tätigkeiten mit alter Mineralwolle gilt die TRGS 521. Sie verlangt staubarme Arbeitsverfahren, das Vermeiden von Reißen und Zerkleinern, staubdichte Verpackung sowie Atemschutz und geschlossene Kleidung.

    Fundstelle: TRGS 521 — Tätigkeiten mit alter Mineralwolle (BAuA, Ausgabe Mai 2026) · abgerufen · geprüft

  2. Anhang II Nummer 5 der Gefahrstoffverordnung verbietet biopersistente künstliche Mineralfasern für Wärme-, Schall- und Brandschutz im Hochbau. Vom Verbot frei ist nur Wolle, die eines der dort genannten Prüfkriterien erfüllt — etwa eine Halbwertzeit der WHO-Fasern von höchstens 40 Tagen. Genau das leistet alte Wolle nicht.

    Fundstelle: GefStoffV, Anhang II Nummer 5 — Biopersistente Fasern: Verbot und Freizeichnungskriterien · abgerufen · geprüft

  3. Alte Mineralwolle ist getrennt zu halten und darf nicht in den gemischten Container. Sie ist voluminös und leicht, weshalb Annahmestellen sie in großen, dicht verschlossenen Säcken verlangen — ein loser Transport verteilt Fasern auf dem ganzen Weg.

    Fundstelle: § 9 KrWG — getrennte Sammlung und Behandlung von Abfällen; gefährliche Bestandteile sind zu entfernen · abgerufen · geprüft

Alte Mineralwolle: wer es machen darf

Anders als bei Asbest gibt es hier keine behördliche Zulassung des ausführenden Betriebs. Was die TRGS 521 verlangt, sind Verfahren und Schutzausrüstung — und wer über eine Kleinmenge hinaus ausbaut, ist mit einem Betrieb, der beides ohnehin vorhält, besser bedient als mit Baumarktmaterial. Welche Annahmestelle in Ihrem Kreis alte Mineralwolle nimmt und in welcher Verpackung, sagt Ihr öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger. Diese Site nennt dazu keine Betriebe und keine Preise.

Alte Mineralwolle: was Sie nicht tun sollten

Materialien, die das betrifft

Alte Mineralwolle: was das je Material bedeutet

Glaswolle: Alte Mineralwolle gilt als krebserzeugend

Künstliche Mineralfasern aus der Zeit vor 1996 sind so beschaffen, dass sie in der Lunge lange verbleiben; nach der TRGS 521 sind sie deshalb als krebserzeugend einzustufen, und ohne Freizeichnungsnachweis ist ausgebaute Wolle gefährlicher Abfall. Seit Juni 2000 hergestellte Wolle muss Freizeichnungskriterien erfüllen — sie sind unter anderem in Anhang II zu § 16 Absatz 2 GefStoffV und in Anlage 1 zu § 3 ChemVerbotsV geregelt. Nachweis dafür ist in Deutschland das RAL-Gütezeichen RAL-GZ 388, das die Gütegemeinschaft Mineralwolle seit 1999 vergibt. Zwischen 1996 und Juni 2000 eingebaute Wolle kann altes oder neues Material sein; ohne Kennzeichnung lässt sich das am Baustoff nicht ablesen. Behandeln Sie sie dann wie alte. Für Arbeiten mit alter Mineralwolle gilt die TRGS 521: staubarm ausbauen, nicht reißen oder zerkleinern, staubdicht verpacken, Atemschutz und geschlossene Kleidung.

Fundstellen: TRGS 521 — Tätigkeiten mit alter Mineralwolle (BAuA, Ausgabe Mai 2026), 3.1 Abs. 7 und 8 · GefStoffV, Anhang II Nummer 5 — Biopersistente Fasern, Freizeichnungskriterien · Umweltbundesamt — Factsheet Mineralwolle (RAL-GZ 388 als Nachweis der Freizeichnung)

Alte Mineralwolle: häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob meine Dämmwolle alt ist?

Am RAL-Gütezeichen, wenn die Verpackung oder der Aufdruck noch vorhanden ist. Sonst am Einbaujahr: vor 1996 alt, ab Juni 2000 neu, dazwischen unklar. Am Material selbst ist es nicht zu sehen — Farbe und Griff sagen nichts. Im Zweifel behandeln Sie die Wolle wie alte; die Schutzmaßnahmen schaden bei neuer Wolle nicht.

Ist alte Mineralwolle gefährlicher Abfall?

Ja, solange kein Freizeichnungsnachweis vorliegt: Dann ist ausgebaute Mineralwolle nach dem Umweltbundesamt gefährlicher Abfall, Schlüssel 17 06 03*. Neue Wolle mit RAL-Gütezeichen ist es nicht. Für Sie heißt das: getrennt halten, staubdicht verpacken und gesondert anliefern.

Warum ist sie so teuer zu entsorgen, obwohl sie fast nichts wiegt?

Genau deshalb. Mineralwolle wird nach Volumen abgerechnet, nicht nach Gewicht, und sie füllt einen Container, ohne ihn zu belasten. Wer sie verdichten will, um zu sparen, macht das Gegenteil von dem, was die TRGS 521 verlangt — komprimieren heißt Fasern freisetzen.

Reicht eine Staubmaske aus dem Baumarkt?

Die TRGS 521 verlangt Atemschutz und geschlossene Kleidung, nennt aber je nach Expositionslage unterschiedliche Anforderungen. Eine einfache Hygienemaske ist keiner. Wenn Sie über eine Kleinmenge hinausgehen, ist das der Punkt, an dem ein Betrieb mit vorhandener Ausrüstung die einfachere Antwort ist.

Primärquellen

Geprüft und freigegeben am · Wer dahintersteht · Methodik

Änderungsverlauf

Zuletzt geändert am : Erstveröffentlichung. Pflichten je Aussage an TRGS 521, GefStoffV Anhang II Nr. 5 und § 9 KrWG belegt. Die TRGS-Fundstelle trägt das Prüfdatum vom 24.08.2026: Der erneute Abruf am 25.08. lief in eine 403-Sperre der BAuA, was Bot-Abwehr ist und keine Änderung der Fundstelle. Ohne Preisangabe und ohne Vermittlung. Nachtrag 16.10.2026: TRGS 521 in der Ausgabe Mai 2026 neu abgerufen (PDF). Sie verlangt für Wolle vor 1996 die Einstufung als krebserzeugend Kategorie 1B — „krebsverdächtig“ war zu schwach. Die FAQ zum gefährlichen Abfall folgt jetzt dem UBA-Factsheet: ohne Freizeichnungsnachweis gefährlich, 17 06 03* (LfU Bayern, infoBlatt KMF). Abgerufen 16.10.2026.