Dachpappe: Teerhaltige Bahnen aus der Zeit bis in die frühen 1970er Jahre
Bis in die frühen 1970er Jahre wurden Dachpappen in Steinkohlenteer getränkt. Er enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, und deshalb führt das Abfallverzeichnis solche Bahnen unter eigenen Schlüsseln mit Sternchen — als gefährlichen Abfall. Danach stellte die Industrie auf Bitumen um, das aus der Erdölverarbeitung stammt und diese Belastung nicht trägt. Das Baujahr ist der erste Anhaltspunkt, der Geruch beim Anschneiden der zweite: Teerhaltige Bahnen riechen stechend nach Karbol oder Mottenkugeln. Sicher ist beides nicht — wer ein Dach aus der fraglichen Zeit abträgt, lässt eine Probe untersuchen, bevor er einen Container bestellt. Ein Fehlwurf in den Bauschuttcontainer macht die ganze Ladung zu gefährlichem Abfall.
Fundstellen: AVV, Anlage — 17 03 01* und 17 03 03* · LfU Bayern — infoBlatt „Teer-/bitumenhaltige Dachbahnen“ (Stand 10/2015) · LfU Bayern — Schadstoffratgeber Gebäuderückbau, Blatt 408 „Dachbahnen“ (Stand 09/2020)