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Entsorgungskompass

Entsorgung in Berlin: Müllgebühren, Sperrmüll und Wertstoffhöfe

Zuletzt geprüft am

Kurz gesagt: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Berlin 150,76 € im Jahr für die kleinstmögliche satzungskonforme Ausstattung — 60-Liter-Restmülltonne im 4-Wochen-Rhythmus, Grundgebühr und Biotonne. Das liegt gut 10 Prozent unter dem Median von 168,24 €, den eine eigene Erhebung über 31 deutsche Städte ergeben hat. Der lange Rhythmus ist dabei keine Voreinstellung, sondern an zwei Bedingungen geknüpft: § 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung der BSR lässt die 4-wöchentliche Entleerung des 60-Liter-Behälters nur auf Grundstücken mit einer Nutzungseinheit und nur bei gleichzeitiger Nutzung einer Biotonne zu, und beauftragt werden muss sie beim Träger. Erklärungsbedürftig ist an dieser Rechnung nicht das Preisniveau, sondern die Gebührenmechanik: Berlin rechnet jede Leistung einzeln ab — Behältergebühr, Grundgebühr je Nutzungseinheit und Biotonne stehen getrennt auf der Rechnung. Die Wertstofftonne ist gebührenfrei, Sperrmüll wird abgeholt und kostet extra — bis drei Kubikmeter geht es auf dem Recyclinghof kostenlos.

Container in Berlin: Größe und Kosten berechnen →

Müllgebühren in Berlin im Vergleich zum Bundesmedian

Gebühren in Berlin
Gebühr Berlin Bundesmedian Abweichung Quelle
Jahresgesamtgebühr Musterhaushalt Zweipersonenhaushalt, kleinstmögliche satzungskonforme Konfiguration: 60-Liter-Restmüll im 4-Wochen-Rhythmus (16,60 €/Quartal), Grundgebühr je Nutzungseinheit (9,09 €/Quartal) und Biotonne 120 Liter (12,00 €/Quartal), Quartalswerte mal vier. Der 4-Wochen-Rhythmus gilt nicht für jeden Haushalt: § 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung lässt ihn für den 60-Liter-Behälter nur auf Grundstücken mit einer Nutzungseinheit und nur bei gleichzeitiger Nutzung einer Biotonne zu, und er muss beim Träger beantragt werden — der Musterhaushalt im Einfamilienhaus mit Biotonne erfüllt beide Voraussetzungen. Ohne Straßenreinigung. Die Wertstofftonne ist gebührenfrei und deshalb nicht enthalten. Der Vergleichswert stammt aus einer eigenen Erhebung über 31 Städte, jeder Posten beim jeweiligen Träger selbst abgerufen. 150,76 €/Jahr 168,24 €/Jahr -10 % BSR — Abfallgebührensatzung § 5 Abs. 1 Buchst. a (Hausmüll 60 l, 4-wöchentliche Entleerung bei gleichzeitiger Nutzung eines AWB Bioabfall, EPW = 0,25) sowie Grund- und Bioabfallgebühr je Quartal
Restmüll 60 Liter, 4-wöchentlich Die reine Behältergebühr ohne Grundgebühr und ohne Biotonne — 16,60 € je Quartal. Der Satz steht in § 5 Absatz 1 Buchstabe a der Abfallgebührensatzung und setzt die Voraussetzungen des § 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung voraus: eine Nutzungseinheit auf dem Grundstück und eine gleichzeitig genutzte Biotonne. Wer sie nicht erfüllt oder den längeren Rhythmus nicht beantragt, bleibt bei der 14-täglichen Entleerung und zahlt 33,19 € je Quartal, also 132,76 € im Jahr. Die Zeile ist nicht mit den Behälterzeilen anderer Städte vergleichbar, weil dort unterschiedlich viel darin steckt; deshalb steht daneben kein Median. 66,40 €/Jahr BSR — Abfallgebührensatzung § 5 Abs. 1 Buchst. a: „AWB Hausmüll/Restabfall 60 l | 4-wöchentliche Entleerung bei gleichzeitiger Nutzung eines Abfall- und Wertstoffbehälters für Bioabfall (AWB Bioabfall) gemäß § 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung der BSR (EPW = 0,25) | 16,60 Euro“
Grundgebühr je Nutzungseinheit 9,09 € je Quartal, unabhängig von der Behältergröße und davon, wie viel Sie tatsächlich wegwerfen. Sie fällt auch an, wenn die Tonne leer bleibt. 36,36 €/Jahr BSR — Gebührenmodell 2025/2026, Grundgebühr je Nutzungseinheit und Quartal
Biotonne 120 Liter 12,00 € je Quartal. In München und Nürnberg ist die Biotonne in der Restmüllgebühr enthalten, in Berlin steht sie als eigener Posten auf der Rechnung — derselbe Dienst, andere Mechanik. 48,00 €/Jahr BSR — Gebührenmodell 2025/2026, Bioabfall 120 l je Quartal

Gebührensatzung Stand 01.01.2025 · Vergleich: Median über 31 Kommunen · — = nicht vergleichbar.

Sperrmüll in Berlin

Anmeldung
Online über das Buchungsformular auf bsr.de oder telefonisch beim Servicecenter unter 030 7592-4900, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr. Die Abholung ist eine gebuchte Leistung, kein Termin nach Kalender — Sie wählen die Preisstufe und damit die Wartezeit.
Mengengrenze
Bis 5 m³ in der Spar- und Standardstufe, bis 2 m³ im Express. Jeder weitere Kubikmeter wird berechnet. Enthalten sind bis zu acht große Elektrogeräte, unbegrenzt Kleingeräte, Alttextilien in verschlossenen Säcken und ein 100-Liter-Müllsack je 5 m³.
Termin
Die Wartezeit ist der Preis: ab dem 16. Werktag in der Sparstufe, 6 bis 15 Werktage im Standard, innerhalb von 5 Werktagen im Express. Wer warten kann, zahlt die Hälfte.

Preisband Sperrmüllabholung in Berlin: so ist es entstanden

Spanne
50,00 – 100,00 €/Anlieferung für Sperrmüllabholung in Berlin
Median
96,00 €/Anlieferung
Stichprobe
n = 3, eigene Erhebung
Erhebungsdatum
08/2026 · Wiedervorlage halbjährlich
Warum eine Spanne
Keine Marktstreuung, sondern drei Tarifstufen desselben Anbieters: Spar 50 € (bis 5 m³, ab dem 16. Werktag), Express 96 € (bis 2 m³, in 5 Werktagen), Standard 100 € (bis 5 m³, in 6 bis 15 Werktagen). Der Aufpreis je zusätzlichem Kubikmeter unterscheidet sich um das Fast-Fünffache — 10 € in der Spar-, 48 € in der Expressstufe.

Wertstoffhöfe in Berlin

Auf den BSR-Recyclinghöfen können Privathaushalte bis zu drei Kubikmeter Sperrmüll sowie Elektrogeräte kostenfrei abgeben — das entspricht etwa einem vollen Kombi-Kofferraum. Wer mehr bringt, liefert an der Anlage Gradestraße an und zahlt 180 € je 1.000 Kilogramm; die Mindestgebühr je Anlieferung beträgt 72 € und deckt bis zu 400 Kilogramm ab. Für einen Haushalt heißt das: Bis drei Kubikmeter ist Selbstanliefern kostenlos und damit immer günstiger als jede Abholung — der Unterschied ist der Transport, nicht die Gebühr.

Adressen, Öffnungszeiten und die verbindliche Auskunft stehen beim Entsorgungsträger selbst: Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)

Entsorgung in Berlin: häufige Fragen

Warum steht auf meiner Rechnung mehr als die Tonne?

Weil Berlin jede Leistung einzeln abrechnet. Die Behältergebühr ist nur ein Teil; dazu kommen eine Grundgebühr je Nutzungseinheit und, wenn Sie eine haben, die Biotonne. Die Grundgebühr fällt auch an, wenn die Tonne leer bleibt. In München und Nürnberg steckt dieselbe Leistung in einem einzigen Betrag, in Leipzig sind es Leerungs- und Verwertungsgebühr, in Dresden wird je tatsächlicher Leerung gezahlt. Das ist der Hauptgrund, warum sich die Tonnenpreise zweier Städte nicht vergleichen lassen — und warum diese Seite die Gesamtgebühr eines Musterhaushalts vergleicht und nicht sie.

Ist Berlin teuer?

Unter der Mitte. 150,76 € gegen einen Median von 168,24 € aus 31 erhobenen Städten sind gut 10 Prozent weniger; Berlin steht damit auf Rang 10 von 31, 9 der 31 liegen darunter. Die Spanne reicht von 58,24 € (Göttingen, kleinster Behälter im 28-Tage-Rhythmus, Bio und Papier gebührenfrei) bis 318,16 € (Dresden). Der Platz im Feld hängt nicht am Preisniveau vor Ort, sondern am Gebührenmodell — hier am Rhythmus: Dieselbe Ausstattung im 14-Tage-Takt kostet 217,12 € und läge damit gut 29 Prozent über dem Median. Ganz unten stehen die Städte, die zusätzlich alle Wertstofffraktionen in eine Gebühr bündeln und auf eine Grundgebühr verzichten.

Wie bekomme ich die Rechnung in Berlin kleiner?

Über die Behältergröße und den Rhythmus — das sind die beiden Stellschrauben, die die Satzung Ihnen lässt. Beim Rhythmus ist die 4-wöchentliche Entleerung des 60-Liter-Behälters der größte Hebel, sie setzt aber voraus, dass auf dem Grundstück nur eine Nutzungseinheit liegt und gleichzeitig eine Biotonne genutzt wird (§ 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung); ohne Antrag bleibt es beim 14-Tage-Takt. Die Grundgebühr ist fix. Wer Bioabfall, Papier und Verpackungen konsequent trennt, kommt oft eine Behältergröße tiefer; die Wertstofftonne ist bei der BSR gebührenfrei, kostet also nichts extra.

Sperrmüll in Berlin: abholen lassen oder selbst hinbringen?

Bis drei Kubikmeter ist der Recyclinghof kostenfrei — dann ist Selbstanliefern immer günstiger, und die Frage ist nur, ob Sie transportieren können. Ab der Abholung entscheidet die Geduld: 50 € in der Sparstufe ab dem 16. Werktag, 100 € im Standard binnen 6 bis 15 Werktagen. Das Doppelte für zehn Tage weniger Wartezeit.

Was passiert in Berlin mit alten Elektrogeräten?

Sie sind bei der Sperrmüllabholung enthalten — bis zu acht große Geräte plus unbegrenzt Kleingeräte — und auf dem Recyclinghof ohnehin kostenfrei. Das ist keine Berliner Kulanz, sondern Bundesrecht: § 13 Abs. 4 ElektroG verbietet, bei der Anlieferung von Altgeräten ein Entgelt zu erheben.

Primärquellen

Portrait — echtes Foto oder keines

Geprüft und freigegeben von Matthias Lugert · · Über mich · Methodik

Änderungsverlauf

Zuletzt geändert am : Berichtigung vom 27. August 2026. Die Erhebung hatte für Berlin die 14-tägliche Entleerung angesetzt (33,19 € je Quartal) und deshalb 217,12 € ausgewiesen. Zulässig ist für diesen Haushalt der 4-Wochen-Rhythmus: § 6 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung der BSR erlaubt die 4-wöchentliche Entleerung des 60-Liter-Behälters auf Grundstücken mit einer Nutzungseinheit bei gleichzeitiger Nutzung einer Biotonne, und § 5 Absatz 1 Buchstabe a der Abfallgebührensatzung setzt dafür 16,60 € je Quartal an (EPW = 0,25). Der Wert ist damit auf 150,76 € berichtigt. Übersehen wurde der Satz, weil die BSR-Übersichtsseite zum Gebührenmodell die 4-Wochen-Spalte nicht führt — er steht ausschließlich in der Gebührensatzung; beide PDFs abgerufen am 27.08.2026. Zur Medianhistorie: Der Bundesmedian sank zuerst von 208,72 € (n = 7) auf 167,09 € (n = 30) — nicht Berlin war teurer geworden, die Stichprobe war zu klein und zu sehr auf Großstädte verengt; der Rhythmus-Sweep vom 27. August 2026 korrigierte sechs Städte und senkte ihn weiter auf 162,78 €; zwei Nachprüfungen desselben Tages — Wolfsburg zurück auf 175,68 € und Duisburg auf 168,24 € — hoben ihn wieder auf 166,02 € (durchgehend n = 30); zuletzt kam Dresden mit 318,16 € als 31. vollständig belegte Stadt hinzu und hob ihn auf 168,24 € (n = 31). Berlins Abweichung lief damit von +4,0 % über +29,9 % und −9,2 % auf −10,4 %, die Stadt steht jetzt auf Rang 10 von 31. Der Vergleichswert steht weiterhin nur an der Musterhaushalts-Zeile: Behälter-, Grund- und Biotonnengebühr tragen bewusst keinen Vergleichswert, weil in den Behälterzeilen anderer Städte unterschiedlich viel steckt.