Zum Inhalt springen
Entsorgungskompass

Entsorgung in Bielefeld: Müllgebühren, Sperrmüll und Wertstoffhöfe

Zuletzt geprüft am

Kurz gesagt: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Bielefeld 129,48 € im Jahr: 74,28 € für die Restmülltonne mit 60-Liter-Einsatz im 14-Tage-Rhythmus und 55,20 € für die gleich große Biotonne. Die Papiertonne kostet bei vierwöchentlicher Leerung nichts, eine Grundgebühr kennt die Satzung nicht. Das sind rund 23 Prozent unter dem Median von 168,24 €, den eine eigene Erhebung über 31 deutsche Städte ergeben hat — nur fünf der 31 liegen darunter. Beim Sperrmüll steht Bielefeld umgekehrt zu München: Die Abholung kostet 25 € bis vier Kubikmeter, während dieselben vier Kubikmeter auf dem Wertstoffhof 160 € kosten.

Container in Bielefeld: Größe und Kosten berechnen →

Müllgebühren in Bielefeld im Vergleich zum Bundesmedian

Gebühren in Bielefeld
Gebühr Bielefeld Bundesmedian Abweichung Quelle
Jahresgesamtgebühr Musterhaushalt Zweipersonenhaushalt, kleinstmögliche satzungskonforme Konfiguration: ein 120-Liter- Großbehälter mit 60-Liter-Einsatz als Restmülltonne (74,28 €) und derselbe Behälter als Biotonne (55,20 €), beide 14-täglich geleert. Die Papiertonne kommt bei vierwöchentlicher Leerung gebührenfrei dazu. Ohne Straßenreinigung. Kleiner geht es nicht: § 9 Absatz 2 der Abfallentsorgungssatzung verlangt mindestens 7,5 Liter Restmüllvolumen je gemeldeter Person und Woche, und der 60-Liter-Einsatz ist nach § 8 Absatz 2 Ziffer 1 der kleinste zugelassene Behälter. Eine Grundgebühr kennt die Gebührensatzung nicht — § 2 berechnet ausschließlich nach Anzahl, Größe und Abfuhrhäufigkeit der Behälter; dass daneben nichts anfällt, ist ein Schluss aus der Abschließlichkeit des Gebührenverzeichnisses und steht hier ausdrücklich. Der Vergleichswert stammt aus einer eigenen Erhebung über 31 Städte, jeder Posten beim jeweiligen Träger selbst abgerufen. 129,48 €/Jahr 168,24 €/Jahr -23 % Stadt Bielefeld — Satzung über die Kostendeckung der Abfallentsorgung, § 2 Absatz 3 Buchstabe a und Absatz 5 Buchstabe a: 6,19 € und 4,60 € je Monat für den 120-Liter-Behälter mit 60-Liter-Einsatz bei 14-täglicher Abfuhr
Restmülltonne 60-Liter-Einsatz, 14-täglich 6,19 € im Monat, also 74,28 € im Jahr (§ 2 Absatz 3 Buchstabe a). Die Satzung nennt den Behälter „120 L Großraumbehälter mit einem 60 L Einsatz“; auf den Seiten des Umweltbetriebs heißt dieselbe Tonne schlicht „60 l“. Bemerkenswert ist, wie weit dieser Betrag trägt: Die Tabelle der kleinstmöglichen Behälterkombination führt ihn für ein bis vier gemeldete Personen — ein Vierpersonenhaushalt zahlt beim Restmüll dasselbe wie der Musterhaushalt. Ein Vergleichswert steht daneben nicht, weil in den Behälterzeilen anderer Kommunen unterschiedlich viel steckt. 74,28 €/Jahr Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld — Restmülltonne: kleinstmögliche Behälterkombination 60 l für 1 bis 4 Personen, 14-täglich, 6,19 € im Monat, Gebühren gültig ab 2026
Biotonne 60-Liter-Einsatz, 14-täglich 4,60 € im Monat, also 55,20 € im Jahr (§ 2 Absatz 5 Buchstabe a). Die Biotonne ist keine Kür: § 4 der Abfallentsorgungssatzung verlangt, organische Abfälle getrennt zu halten. Wer stattdessen selbst kompostiert, ist nach § 7 Absatz 2 vom Benutzungszwang befreit — dafür muss nach § 7 Absatz 3 schlüssig dargelegt werden, dass alle auf dem Grundstück anfallenden kompostierbaren Stoffe ordnungsgemäß verwertet werden, und die Eigenkompostierung ist schriftlich verbindlich zu erklären. Die Saison-Biotonne von April bis November ist keine billigere Variante desselben Behälters: Sie kostet für 120 Liter 67,34 € je Saison und wird für den 60-Liter-Einsatz nicht angeboten. 55,20 €/Jahr Stadt Bielefeld — Satzung über die Kostendeckung der Abfallentsorgung, § 2 Absatz 5 Buchstabe a und Absatz 6: Biotonne 4,60 € je Monat bei 14-täglicher Abfuhr, Saison-Biotonne 67,34 € je Saison für 120 Liter
Papiertonne bei vierwöchentlicher Leerung Kostet nichts, und das steht wörtlich so beim Träger: „Die Nutzung der Papiertonne durch Privathaushalte ist bei vierwöchentlicher Leerung kostenlos.“ Die Gebührentabelle führt für 120, 240, 660 und 1.100 Liter bei vierwöchentlicher Leerung jeweils „kostenfrei“; die Gebührensatzung kennt in § 2 Absatz 7 nur die wöchentliche Leerung von 660- und 1.100-Liter-Behältern mit 32,56 € beziehungsweise 37,22 € im Monat. In München sind Bio und Papier beide gebührenfrei, in Düsseldorf kosten beide einen Servicezuschlag — hier ist die eine frei und die andere nicht. 0,00 €/Jahr Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld — Papiertonne: bei vierwöchentlicher Leerung kostenlos, wöchentliche Leerung nur für 660- und 1.100-Liter-Behälter gegen Gebühr
Dieselbe Restmülltonne, wöchentlich geleert 12,37 € im Monat, 148,44 € im Jahr — genau das Doppelte (§ 2 Absatz 2 Buchstabe a). Anders als in München hängt das nicht an einem Antrag: § 12 Absatz 1 Buchstabe a der Abfallentsorgungssatzung fährt Restmüllbehälter grundsätzlich 14-täglich ab und überlässt es der Stadt festzulegen, in welchen Teilbereichen der Innenstadt wöchentlich abgefahren wird. Wo das gilt, entscheidet die Adresse über den Betrag, nicht der Haushalt. 148,44 €/Jahr Stadt Bielefeld — Satzung über die Kostendeckung der Abfallentsorgung, § 2 Absatz 2 Buchstabe a: 12,37 € je Monat bei wöchentlich einmaliger Abfuhr

Gebührensatzung Stand 01.01.2026 · Vergleich: Median über 31 Kommunen · — = nicht vergleichbar.

Sperrmüll in Bielefeld

Anmeldung
Bestellt wird unter Angabe von Art und Anzahl der Gegenstände — nach § 15 Absatz 2 der Abfallentsorgungssatzung „per Post, Telefon, Fax oder online“. Der Umweltbetrieb führt vier Wege: online über das Serviceportal der Stadt, wofür ein BundID-Konto nötig ist (Benutzername und Passwort genügen, die Online-Ausweisfunktion braucht es nicht), telefonisch beim BürgerServiceCenter unter +49 521 51-0, persönlich mit Termin in der Bürgerberatung oder beim Kundenservice des Umweltbetriebs, Eckendorfer Straße 57. Zwei Voraussetzungen nennt das Serviceportal ausdrücklich: ein Privathaushalt mit gemeldeten Personen und eine vorhandene Restmülltonne des Umweltbetriebs. Bezahlt wird im Voraus (§ 3 Absatz 2 Buchstabe a der Entgeltordnung) — online per Kreditkarte oder PayPal, telefonisch per Bankeinzug, persönlich per girocard, Kreditkarte oder bar.
Mengengrenze
Gestaffelt bis 16 Kubikmeter, und die Obergrenze ist hart: „Überschreitet die bereitgestellte Sperrgutmenge 16 m³, erfolgt keine Abfuhr. Es wird auch keine Teilmenge des Sperrgutes abgeholt.“ Metallteile, Elektro- und Kühlgeräte zählen nicht mit, wenn sie getrennt bereitstehen. Gestapelt wird höchstens 1,5 Meter hoch, auf Gehwegen höchstens 1 Meter tief. Nicht zum Sperrgut gehören nach § 15 Absatz 1 unter anderem Abfälle aus Baumaßnahmen — genannt sind Türen, Fenster, Waschbecken, Balkone sowie Wand- und Deckenvertäfelungen —, Autoteile, Altreifen, Nachtstromspeicheröfen und Gartenzäune; der Umweltbetrieb ergänzt Altkleider und schadstoffhaltige Abfälle. Beim Nachlesen fällt ein Widerspruch auf: Die Sperrmüllseite der Stadt trägt unter „So stellen Sie Ihren Sperrmüll richtig auf“ weiterhin den Satz „Sollte die Höchstmenge von 4 m³ überschritten werden, wird der Sperrmüll nicht abgefahren“ — zwei Absätze höher nennt dieselbe Seite die Stufen bis 16 Kubikmeter, und die Entgeltordnung und das Serviceportal nennen sie ebenfalls.
Termin
Eine Wartezeit veröffentlicht der Umweltbetrieb nicht; das Serviceportal sagt nur: „Die Sperrmüll-Termine werden nach Verfügbarkeit vergeben.“ Wer nicht warten will, bucht den Schnell-Service: Nach § 15 Absatz 2 der Abfallentsorgungssatzung wird bei Auftragserteilung bis 12 Uhr innerhalb der zwei folgenden Werktage abgeholt. Er kostet 50 € zusätzlich zum Mengenentgelt (§ 3 Absatz 1 Ziffer 2 der Entgeltordnung), im Serviceportal also 75 € — und mehr als vier Kubikmeter nimmt er nicht. Bereitgestellt wird am Abfuhrtag am Straßenrand; hier weichen die Quellen um eine Stunde ab: § 15 Absatz 3 der Satzung verlangt „bis 06.00 Uhr“, der Umweltbetrieb und das Serviceportal nennen übereinstimmend 7 Uhr. Schrott, Elektro- und Elektronikschrott sowie Kühlgeräte stehen getrennt vom übrigen Sperrgut. Eine Stornierung kostet 5 €, und die Mitteilung muss spätestens zwei Tage vor dem Termin beim Umweltbetrieb eingegangen sein.

Preisband Sperrmüllabholung in Bielefeld: so ist es entstanden

Gilt für
Sperrmüllabholung in Bielefeld
0 m³ bis 4 m³
25,00 €
über 4 m³ bis höchstens 8 m³
50,00 €
über 8 m³ bis höchstens 12 m³
75,00 €
über 12 m³ bis höchstens 16 m³
100,00 €
Datengrundlage
durch Satzung festgesetzt — keine Erhebung und keine Stichprobe
Rechtsgrundlage
Stadt Bielefeld — Entgeltordnung für besondere Dienstleistungen des Umweltbetriebes vom 27.07.2026, § 3 Absatz 1 Ziffer 1: gestaffeltes Entgelt je Sperrgutabfuhr zuzüglich einer haushaltsüblichen Menge an Kühl- und Elektronikgeräten
Abgerufen am
27.08.2026 · Wiedervorlage halbjährlich

Wertstoffhöfe in Bielefeld

Drei Höfe stehen Bielefelder Privathaushalten offen — Mitte (Herforder Str. 220), Süd (Fabrikstr. 32) und Nord (Engersche Str. 245), montags bis freitags 8 bis 17 Uhr, samstags 8 bis 15 Uhr, wobei die Anlieferung bis zum Ende der Öffnungszeit abgeschlossen sein muss. Angeliefert werden dürfen nur Abfälle aus Haushalten, die an die städtische Abfallentsorgung angeschlossen sind; ausgeladen wird selbst, außer bei Schadstoffen. Kostenfrei sind unter anderem Papier und Pappe, Altglas, Fett- und Speiseölreste, CDs und DVDs, Tonerkartuschen, Wertstoffe bis 1 m³, brauchbare Altkleider und Schuhe, Metallschrott, Elektro- und Elektronikaltgeräte sowie Trockenbatterien; Altöl bis 5 Liter Gebindegröße und sonstige Schadstoffe nimmt allein der Wertstoffhof Mitte. Alles Übrige kostet nach Kubikmetern (§ 1 Absatz 1 der Entgeltordnung): Sperrmüll 40 €, Hausmüll 43 €, Grünabfälle 16 €, verwertbarer Bauschutt 30 €, Baumischabfälle 130 €, Altholz der Kategorien A I bis A III 20 € und Kategorie A IV 50 €. Pkw-Reifen kosten 4 € ohne und 5 € mit Felge, Wurzelstöcke bis 25 cm Durchmesser 5 € je Stück. Kleinere Mengen werden anteilig berechnet, und das Entgelt ist vor dem Entladen zu zahlen. Pro Tag sind höchstens 4 m³ zugelassen — und genau diese Menge dreht die Sperrmüllrechnung um: Vier Kubikmeter selbst hinzufahren kostet 160 €, dieselben vier Kubikmeter abholen zu lassen 25 €.

Adressen, Öffnungszeiten und die verbindliche Auskunft stehen beim Entsorgungsträger selbst: Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld

Entsorgung in Bielefeld: häufige Fragen

Warum ist Bielefeld so viel günstiger als der Median?

Weil zwei Kostentreiber fehlen, die anderswo die Rechnung machen. Es gibt keine Grundgebühr — § 2 der Gebührensatzung berechnet ausschließlich nach Anzahl, Größe und Abfuhrhäufigkeit der Behälter —, und der kleinste zugelassene Restmüllbehälter ist ein 60-Liter-Einsatz statt einer 80- oder 120-Liter-Tonne. 129,48 € gegen 168,24 € Median sind rund 23 Prozent weniger; von den 31 erhobenen Städten liegen nur fünf darunter. Die Spanne der Erhebung reicht von 58,24 € in Göttingen bis 318,16 € in Dresden.

Wie bekomme ich die Rechnung in Bielefeld kleiner?

Am Restmüll nicht mehr: 74,28 € sind bereits der kleinste Behälter im längsten zulässigen Rhythmus. Bleibt die Biotonne mit 55,20 €, und die lässt sich nur durch Eigenkompostierung ersetzen. Das ist kein formloser Verzicht: § 7 Absatz 3 der Abfallentsorgungssatzung verlangt, schlüssig und nachvollziehbar darzulegen, dass alle auf dem Grundstück anfallenden kompostierbaren Stoffe ordnungsgemäß und schadlos verwertet werden, und die Eigenkompostierung ist gegenüber der Stadt schriftlich verbindlich zu erklären. Die Stadt darf die Voraussetzungen vor Ort überprüfen (§ 7 Absatz 4).

Sperrmüll in Bielefeld: abholen lassen oder selbst hinbringen?

Abholen lassen, und zwar deutlich. Die Abholung kostet 25 € bis vier Kubikmeter; dieselben vier Kubikmeter auf dem Wertstoffhof kosten 40 € je Kubikmeter, also 160 €. Mehr als 4 m³ am Tag nimmt der Hof ohnehin nicht an, während die Abholung in Stufen bis 16 Kubikmeter geht. Selbst hinfahren lohnt hier nur für die Fraktionen, die auf dem Hof gebührenfrei sind — Metallschrott, Elektroaltgeräte, Altglas, Papier, Altkleider. Das ist die Umkehrung von München, wo der Wertstoffhof bis zwei Kubikmeter frei ist und die Abholung 50 € Anfahrt plus 20 € je Kubikmeter kostet.

Wie lange dauert es in Bielefeld bis zum Sperrmülltermin?

Das sagt der Umweltbetrieb nicht. Das Serviceportal nennt als einzige Auskunft: „Die Sperrmüll-Termine werden nach Verfügbarkeit vergeben.“ Belegt ist nur die Gegenrichtung, der Schnell-Service: Wer den Auftrag bis 12 Uhr erteilt, bekommt die Abholung nach § 15 Absatz 2 der Abfallentsorgungssatzung innerhalb der zwei folgenden Werktage. Er kostet 50 € zusätzlich, im Serviceportal also 75 € für bis zu vier Kubikmeter.

Was passiert in Bielefeld mit alten Elektrogeräten?

Sie werden beim Sperrmülltermin mitgenommen und nicht auf die bestellte Menge angerechnet — vorausgesetzt, Metallteile, Elektro- und Kühlgeräte stehen getrennt vom übrigen Sperrgut. § 15 Absatz 3 der Abfallentsorgungssatzung verlangt diese Trennung ausdrücklich für Schrott, Elektro- und Elektronikschrott und Kühlgeräte. Wer selbst fährt: Elektro- und Elektronikaltgeräte nehmen alle drei Wertstoffhöfe kostenfrei an. Nicht zum Sperrgut gehören dagegen Leuchtstoffröhren und Batterien — sie laufen als Schadstoffe über den Wertstoffhof Mitte oder das Schadstoffmobil, Trockenbatterien werden auf allen drei Höfen kostenfrei angenommen.

Primärquellen

Portrait — echtes Foto oder keines

Geprüft und freigegeben von Matthias Lugert · · Über mich · Methodik

Änderungsverlauf

Zuletzt geändert am : Erste Fassung. Bielefeld ist die vierte Gebührenmechanik im Vergleich: keine Grundgebühr, keine Servicezuschläge, keine Bündelung — nur zwei Behälterzeilen, von denen eine entfallen kann. Beim Sperrmüll steht die Stadt genau andersherum als München: Die Abholung kostet 25 € für vier Kubikmeter, das Selbstanliefern derselben Menge 160 €. Beim Abgleich sind zwei Widersprüche in den Primärquellen aufgefallen, die die Seite ausdrücklich nennt: Die Sperrmüllseite der Stadt trägt neben der Staffel bis 16 Kubikmeter noch den älteren Satz, dass über 4 m³ nicht abgefahren werde; und die Bereitstellungszeit steht in der Satzung mit 6 Uhr, beim Umweltbetrieb und im Serviceportal mit 7 Uhr.