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Entsorgungskompass

Entsorgung in Essen: Müllgebühren, Sperrmüll und Wertstoffhöfe

Zuletzt geprüft am

Kurz gesagt: Ein Zweipersonenhaushalt zahlt in Essen 172,40 € im Jahr — 136,40 € für die 40-Liter-Restmülltonne, die wöchentlich geleert wird, und 36,00 € für die Braune Tonne mit 80 Litern. Das liegt rund zweieinhalb Prozent über dem Median von 168,24 €, den eine eigene Erhebung über 31 deutsche Städte ergeben hat. Eine Grundgebühr kennt die Gebührensatzung nicht, und für die Blaue Tonne führt das Gebührenverzeichnis keinen Satz. Der günstigste Preis hängt in Essen allerdings an einer Handlung: Ohne die schriftlich beantragte Reduzierung nach § 18 Absatz 5 der Abfallwirtschaftssatzung legt die Stadt 35 Liter Restabfall je Person und Woche zugrunde. Sperrmüll holt die EBE kostenlos ab — rund einen Kubikmeter je Termin.

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Müllgebühren in Essen im Vergleich zum Bundesmedian

Gebühren in Essen
Gebühr Essen Bundesmedian Abweichung Quelle
Jahresgesamtgebühr Musterhaushalt Zweipersonenhaushalt, kleinstmögliche satzungskonforme Konfiguration: 40-Liter- Restmülltonne bei wöchentlicher Leerung (136,40 €) und Braune Tonne mit 80 Litern bei 14-täglicher Leerung (36,00 €), zusammen 172,40 € im Kalenderjahr. Ohne Straßenreinigung. Eine Grundgebühr erhebt die Satzung nicht, und für die Blaue Tonne führt das Gebührenverzeichnis keinen Satz — daraus folgt gebührenfrei, denn ein Gebührenverzeichnis ist abschließend, sonst dürfte die Gebühr nicht erhoben werden. Dieser Schluss steht hier ausdrücklich und wird nicht stillschweigend gezogen. Der Vergleichswert stammt aus einer eigenen Erhebung über 31 Städte, jeder Posten beim jeweiligen Träger selbst abgerufen. 172,40 €/Jahr 168,24 €/Jahr +2 % Stadt Essen — Grundbesitzabgaben, Gebührensätze 2026: Restmüll 40 Liter 136,40 Euro, Braune Tonne 80 Liter 36,00 Euro
Restmüll 40 Liter, wöchentlich 136,40 € im Kalenderjahr (§ 4 Absatz 1 Buchstabe a). Der Satz entsteht rechnerisch: „Bei einem wöchentlich einmaligen Entleerungsrhythmus im Vollservice beträgt der Jahresgebührensatz pro Liter 3,41 EUR.“ 40 Liter ist der kleinste zugelassene Restabfallbehälter, und einen längeren Rhythmus gibt es nicht — nach § 22 Absatz 3 der Abfallwirtschaftssatzung werden Restabfallbehälter grundsätzlich einmal wöchentlich geleert. Ein Vergleichswert steht daneben nicht, weil in den Behälterzeilen anderer Kommunen unterschiedlich viel steckt. 136,40 €/Jahr Stadt Essen — Abfallgebührensatzung (Satzung 7.14b), § 4 Absatz 1 Buchstabe a: 40-Liter-Restabfallbehälter im Vollservice
Braune Tonne 80 Liter, 14-täglich 36,00 € im Kalenderjahr (§ 5 Absatz 1 Buchstabe a), abgerechnet im Teilservice: Bio- und Papierbehälter stellen Anschlusspflichtige nach § 21 Absatz 2 der Abfallwirtschaftssatzung selbst an den Straßenrand und wieder zurück, während die EBE die Restmülltonne im Vollservice holt. In der von der Stadt veröffentlichten Gebührenreihe steht dieser Satz seit 2004 unverändert bei 36,00 €, während die 40-Liter-Restmülltonne im selben Zeitraum von 84,40 € auf 136,40 € gestiegen ist. 36,00 €/Jahr Stadt Essen — Abfallgebührensatzung (Satzung 7.14b), § 5 Absatz 1 Buchstabe a: 80-Liter-Bioabfallbehälter bei 14-tägiger Leerung im Teilservice
Dieselbe Wohnung ohne den Reduzierungsantrag Ohne abweichende Angaben legt die Stadt nach § 18 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung „ein vorzuhaltendes Mindestvolumen für Restabfall von 35 Litern je Einwohner und Woche“ zugrunde. Für zwei Personen sind das 70 Liter in der Woche, und der kleinste zugelassene Behälter, der das abdeckt, ist der 80-Liter-Behälter zu 272,80 € im Jahr. Auf 10 Liter je Person und Woche darf reduziert werden, wenn das Grundstück an die Papier- und die Bioabfallsammlung angeschlossen ist (§ 18 Absatz 5 Nummer 1) — dann genügen 20 Liter, und man landet beim 40-Liter-Behälter. Der Satz, der darüber entscheidet, steht am Ende des Absatzes: „Die Reduzierung ist schriftlich zu beantragen.“ 272,80 €/Jahr Stadt Essen — Abfallwirtschaftssatzung (Satzung 7.14a), § 18 Absatz 4 und 5: Mindestvolumen 35 Liter je Einwohner und Woche, Reduzierung auf 10 Liter auf schriftlichen Antrag
Blaue Tonne für Papier Kein Gebührensatz. Die Abfallwirtschaftssatzung kennt den Papierbehälter — nach § 17 Absatz 6 wird er in 120, 240 und 1.100 Litern angeboten und nach § 22 Absatz 3 grundsätzlich vierwöchentlich geleert —, aber weder die Abfallgebührensatzung noch die Gebührenaufstellung der Stadt für 2026 führen einen Satz dafür. Ein Gebührenverzeichnis ist abschließend: Was nicht darin steht, darf nicht erhoben werden. Deshalb steht hier 0,00 € und nicht „unbekannt“. In Berlin ist die Wertstofftonne aus demselben Grund gebührenfrei, in München sind es Bio und Papier zusammen. 0,00 €/Jahr Stadt Essen — Abfallgebührensatzung (Satzung 7.14b), §§ 4 und 5: Gebührensätze ausschließlich für Restabfall- und Bioabfallbehälter

Gebührensatzung Stand 15.12.2025 · Vergleich: Median über 31 Kommunen · — = nicht vergleichbar.

Sperrmüll in Essen

Anmeldung
Die Abholung ist nach § 11 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung „von dem Besitzer des Sperrmülls schriftlich, telefonisch oder über ein Online-Formular unter Angabe der sperrigen Teile zu beantragen“. Die EBE nimmt den Auftrag über ein Online-Formular entgegen, telefonisch unter 0201 854-2222 (montags bis freitags 7 bis 16 Uhr) oder per E-Mail an sperrmuell@ebe-essen.de. Anzugeben sind Adresse, Menge und die Gegenstände, sortiert nach Metall, Kunststoff, Holz, sonstigem Sperrmüll und Elektrogeräten.
Mengengrenze
Die EBE nennt als haushaltsübliche Menge „ca. 1 m³ pro Termin (eine Zimmereinrichtung), maximal zwei Elektrogroßgeräte“; Einzelteile dürfen höchstens 2 Meter lang sein, und nach § 11 Absatz 1 der Abfallwirtschaftssatzung muss Sperrmüll „von Hand verladen werden können“. Verschiedene Materialien werden gegebenenfalls getrennt abgeholt — dann entstehen mehrere Termine statt eines größeren. Ausdrücklich nicht zulässig sind nach Angabe der EBE Paneele, Türen, sanitäre Einrichtungen, Parkettboden und Tapeten; von der Sperrmüllabfuhr ausgeschlossen sind nach § 11 Absatz 6 außerdem Restabfall, Bauabfälle und schadstoffhaltige Abfälle mit Ausnahme der Elektroaltgeräte.
Termin
Den planmäßigen Abfuhrtermin teilt die EBE mit (§ 11 Absatz 4); die Bestätigung kommt nach eigener Angabe per E-Mail oder Telefon. Eine Wartezeit zwischen Anmeldung und Abholung veröffentlicht die EBE nicht. Wer einen kurzfristigen Termin braucht, kann nach § 11 Absatz 4 einen außerplanmäßigen gegen privatrechtliches Entgelt vereinbaren: Der Sperrmüll-Express kostet Privathaushalte und gemeinnützige Einrichtungen 59,50 € je haushaltsüblicher Menge. Bereitzustellen ist der Sperrmüll am Abholtag bis 6 Uhr oder ab 18 Uhr des Vortages, verkehrssicher und nicht behindernd am Straßenrand. Metallschrott, elektrische Haushaltsgroßgeräte, Kühlgeräte und Radiatoren sowie Gegenstände aus Holz und Kunststoff sind nach § 11 Absatz 5 getrennt vom übrigen Sperrmüll aufzustellen.

Warum es nichts kostet

Grund
Die Sperrmüllabholung ist in der Restmüllgebühr enthalten und wird nicht gesondert berechnet: § 4 Absatz 4 der Abfallgebührensatzung zählt „Abfallentsorgungsteilleistungen, wie z.B. Entsorgung von Restmüll, Sperrmüll, Sammlung von Schadstoffen“ ausdrücklich zu dem, was mit der Jahresgebühr nach § 4 Absatz 1 und 2 abgegolten ist. Die EBE bezeichnet den Abholservice entsprechend als kostenlos. Etwas anderes gilt nur für den Sperrmüll-Express: Das ist ein privatrechtliches Entgelt für einen außerplanmäßigen Termin nach § 11 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung, keine Gebühr — 59,50 € für Privathaushalte und gemeinnützige Einrichtungen, 119,00 € netto je angefangene 10 Minuten Ladezeit für Gewerbebetriebe.
Fundstelle
Stadt Essen — Abfallgebührensatzung (Satzung 7.14b), § 4 Absatz 4: Sperrmüllentsorgung ist in der Restabfallgebühr enthalten

Wertstoffhöfe in Essen

Sperrmüll aus privaten Haushalten nehmen zwei der neun Abfallwirtschaftseinrichtungen an: die Recyclinghöfe Altenessen (Lierfeldstraße 49) und Werden (Laupendahler Landstraße 150). Die vier Recyclingstationen und die drei Grünannahmestellen tun es nach Anlage 1 der Benutzungsordnung nicht; die Recyclingstation Mitte an der Pferdebahnstraße ist nach Angabe der EBE wegen Umbaus voraussichtlich bis Herbst 2026 geschlossen. Für Essener Privathaushalte ist die Anlieferung nach § 8 Absatz 1 der Abfallgebührensatzung grundsätzlich gebührenfrei — Sperrmüll, Elektroaltgeräte, Schrott, Kartonagen und Flaschen kosten nichts. Gebühren fallen nur für die neun Abfallarten des Katalogs in § 8 Absatz 2 an, darunter Bauschutt zu 45,00 € je Tonne, Baumischabfälle zu 150,00 €, Restabfall zu 75,00 € und Autoreifen ohne Felge zu 2,50 € je Stück; Kleinmengen werden pauschal berechnet, eine PKW-Kofferraumladung bis 0,5 m³ mit 10,00 €. Eigene Mengengrenzen nennt die Annahmeliste nur dort, wo es sie gibt: Restabfälle bis 2 m³, Grünabfälle bis 1 m³, Leuchtstoffröhren höchstens 20 Stück. Für Sperrmüll steht dort keine Zahl, sondern es gilt § 11 Absatz 7 der Abfallwirtschaftssatzung — abgegeben werden darf er „in haushaltsüblichen Mengen“. Bezahlt wird auf beiden Recyclinghöfen nach Angabe der EBE ausschließlich bar, und die Zufahrt kann je nach Auslastung schon 45 Minuten vor Ende der Öffnungszeit begrenzt werden.

Adressen, Öffnungszeiten und die verbindliche Auskunft stehen beim Entsorgungsträger selbst: Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE)

Entsorgung in Essen: häufige Fragen

Was kostet die Sperrmüllabholung in Essen?

Nichts extra. § 4 Absatz 4 der Abfallgebührensatzung rechnet die Sperrmüllentsorgung zu den Teilleistungen, die mit der Jahresgebühr für die Restmülltonne bereits abgegolten sind; die EBE nennt den Abholservice deshalb kostenlos. Bezahlt wird nur Eile: Der Sperrmüll-Express für einen kurzfristigen Termin kostet Privathaushalte 59,50 € je haushaltsüblicher Menge. Das ist ein privatrechtliches Entgelt nach § 11 Absatz 4 der Abfallwirtschaftssatzung, keine Gebühr — der Unterschied entscheidet darüber, wogegen man Widerspruch einlegen kann und wogegen nicht.

Wie viel Sperrmüll wird pro Termin abgeholt?

Rund einen Kubikmeter, also etwa eine Zimmereinrichtung, dazu höchstens zwei Elektrogroßgeräte — so beziffert die EBE die haushaltsübliche Menge. Einzelteile dürfen bis zu 2 Meter lang sein und müssen von Hand verladbar sein (§ 11 Absatz 1). Wer eine ganze Wohnung räumt, bekommt daraus keinen größeren Termin, sondern gegebenenfalls mehrere: Metall, Kunststoff, Holz, sonstiger Sperrmüll und Elektrogeräte werden getrennt erfasst und unter Umständen getrennt abgeholt. Bauabfälle gehören nicht dazu — Paneele, Türen, sanitäre Einrichtungen, Parkettboden und Tapeten sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Warum steht auf der Essener Rechnung keine Grundgebühr?

Weil die Satzung keine kennt. Die Abfallgebührensatzung setzt Sätze für genau zwei Dinge fest: Restabfallbehälter (§ 4) und Bioabfallbehälter (§ 5). Alles andere — Sperrmüll, Schadstoffsammlung, die Abgabe auf dem Recyclinghof, die Blaue Tonne — steckt entweder in diesen beiden Sätzen oder ist gebührenfrei. In Berlin stehen Behältergebühr, Grundgebühr und Biotonne getrennt auf der Rechnung, in München ist umgekehrt alles in einer einzigen Zahl gebündelt. Essen liegt dazwischen: zwei Posten, sonst nichts. Genau deshalb vergleicht diese Seite die Gesamtgebühr eines Musterhaushalts und nicht Tonnenpreise.

Wie bekomme ich die Rechnung in Essen kleiner?

Mit einem Brief. Ohne abweichende Angaben legt die Stadt 35 Liter Restabfall je Einwohner und Woche zugrunde (§ 18 Absatz 4) — für zwei Personen 70 Liter, also den 80-Liter-Behälter zu 272,80 € im Jahr. Ist das Grundstück an die Papier- und die Bioabfallsammlung angeschlossen, darf auf 10 Liter je Person und Woche reduziert werden (§ 18 Absatz 5 Nummer 1); dann reicht der 40-Liter-Behälter für 136,40 €. Der Absatz endet mit dem Satz „Die Reduzierung ist schriftlich zu beantragen.“ Unter 5 Liter je Person und Woche geht die Satzung nicht, und einen längeren Leerungsrhythmus als wöchentlich sieht sie für Restabfall nicht vor.

Sperrmüll in Essen: abholen lassen oder selbst zum Recyclinghof?

Beides kostet nichts, die Frage ist also nur Menge und Transport. Die Abholung ist auf etwa einen Kubikmeter je Termin begrenzt; auf dem Recyclinghof gilt für Sperrmüll keine Kubikmeterzahl, sondern die Grenze „haushaltsübliche Mengen“ aus § 11 Absatz 7. Sperrmüll nehmen allerdings nur die beiden Recyclinghöfe an, Altenessen und Werden — die vier Recyclingstationen und die Grünannahmestellen nicht. Wer hinfährt, sollte Bargeld einstecken, falls doch etwas Gebührenpflichtiges dabei ist: Beide Höfe nehmen nach Angabe der EBE ausschließlich Barzahlung.

Was kostet Bauschutt auf dem Essener Recyclinghof?

45,00 € je Tonne, und für kleine Mengen gibt es Pauschalen: 1,00 € je Eimer (höchstens sechs), 5,00 € je Abfallsack (höchstens drei), 10,00 € bis 0,5 m³ und 20,00 € bis 1 m³ (§ 8 Absatz 2). Bauschutt ist einer von neun Posten, für die überhaupt eine Gebühr anfällt — daneben Baumischabfälle zu 150,00 € je Tonne, Restabfall zu 75,00 €, behandelte Hölzer zu 125,00 €, Wurzeln und Stammholz zu 71,50 €, verpackter Asbestzement zu 145,00 €, Lösemittelgemische und Altöl zu 1,00 € je Kilogramm sowie Autoreifen zu 2,50 € ohne und 3,00 € mit Felge. Asbestzement und behandelte Hölzer nimmt nach der Annahmeliste nur der Recyclinghof Altenessen an.

Primärquellen

Portrait — echtes Foto oder keines

Geprüft und freigegeben von Matthias Lugert · · Über mich · Methodik

Änderungsverlauf

Zuletzt geändert am : Erste Fassung. Essen ist die dritte Stadtseite und die erste, bei der der günstigste Preis an einer Handlung hängt statt an der Satzung allein: 136,40 € statt 272,80 € für dieselbe Wohnung, Unterschied ist ein schriftlicher Antrag nach § 18 Absatz 5 der Abfallwirtschaftssatzung. In Berlin und München war der Musterhaushaltswert gesetzt — hier ist er erreichbar, aber nicht voreingestellt. Zweiter Befund: Sperrmüll steckt in der Restmüllgebühr, deshalb steht am Preisband kein Betrag, sondern die Fundstelle.