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Entsorgungskompass

Was gilt bei Styropor-Dämmplatten mit HBCD?

Zuletzt geprüft am

Kurz gesagt: Hexabromcyclododecan war bis 2016 ein übliches Flammschutzmittel in EPS- und XPS-Platten. Verbreitet und falsch ist die Annahme, solche Platten seien gefährlicher Abfall: Das Umweltbundesamt stellt ausdrücklich das Gegenteil fest, und sie laufen unter derselben Schlüsselnummer wie HBCD-freie. Was sie unterscheidet, ist die POP-Eigenschaft — ab einem Gehalt von 1.000 mg/kg greifen nach der POP-Abfall-Überwachungsverordnung Getrenntsammlung, Vermischungsverbot und Nachweispflichten. Für Sie heißt das dasselbe wie beim gefährlichen Abfall: nicht in den gemischten Container. Die Begründung ist eine andere, und nur sie ist belegbar.

Woran Sie HBCD in Dämmstoffen erkennen

Das Einbaujahr entscheidet, nicht das Aussehen. Seit dem 22. März 2016 dürfen Produkte mit mehr als 100 mg/kg HBCD nicht mehr hergestellt oder in Verkehr gebracht werden; Restbestände durften noch bis zum 22. Juni 2016 verbaut werden. Vor diesem Datum eingebaute EPS- und XPS-Platten aus dem Hochbau enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit HBCD, danach eingebaute nicht mehr. Am Material selbst ist der Unterschied nicht sichtbar — weiße Platten sehen so aus wie weiße Platten. Nicht betroffen ist Verpackungsstyropor aus dem Warenversand: Es wurde nie flammgeschützt.

HBCD in Dämmstoffen: was die Vorschrift verlangt

  1. HBCD-haltige Dämmstoffe sind nicht als gefährlicher Abfall eingestuft. Der Grenzwert für den Gefahrenhinweis H361 liegt bei 3 %, und die Gehalte in Dämmplatten liegen weit darunter; sie tragen dieselbe Schlüsselnummer wie HBCD-freie Platten.

    Fundstelle: Umweltbundesamt — Wie werden HBCD-haltige Dämmstoffe abfallrechtlich eingestuft? · abgerufen · geprüft

  2. Nicht gefährliche Abfälle mit persistenten organischen Schadstoffen sind getrennt zu sammeln und zu befördern; sie dürfen nicht mit anderen Abfällen vermischt werden.

    Fundstelle: § 3 POP-Abfall-Überwachungsverordnung — Getrennte Sammlung und Beförderung; Vermischungsverbot · abgerufen · geprüft

  3. Für diese Abfälle bestehen zusätzlich Nachweis- und Registerpflichten — sie treffen Beförderer und Entsorger, weshalb ein Containerdienst wissen muss, was er lädt, bevor er lädt.

    Fundstelle: §§ 4 und 5 POP-Abfall-Überwachungsverordnung — Nachweispflichten und Registerpflichten · abgerufen · geprüft

HBCD in Dämmstoffen: wer es machen darf

Ein Fachbetrieb ist hier nicht vorgeschrieben, und Schutzausrüstung wie bei Asbest oder alter Mineralwolle braucht der Ausbau nicht — HBCD-Platten setzen keine Fasern frei und sind nicht als gefährlicher Abfall eingestuft. Was Sie brauchen, ist ein Entsorgungsweg, der die POP-Pflichten kennt: Sagen Sie beim Bestellen des Containers ausdrücklich, dass es sich um Dämmplatten aus der Zeit vor Mitte 2016 handelt. Welche Annahmestelle in Ihrem Kreis sie nimmt, sagt Ihr öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger. Diese Site nennt dazu keine Betriebe und keine Preise.

HBCD in Dämmstoffen: was Sie nicht tun sollten

Materialien, die das betrifft

HBCD in Dämmstoffen: was das je Material bedeutet

Styropor: HBCD in Dämmplatten vor Mitte 2016

Hexabromcyclododecan war bis 2016 ein übliches Flammschutzmittel in EPS und XPS. Seit dem 22. März 2016 dürfen Produkte mit mehr als 100 mg/kg HBCD nicht mehr hergestellt oder in Verkehr gebracht werden; Restbestände durften noch bis zum 22. Juni 2016 verbaut werden. Das Einbaujahr unterscheidet, nicht das Aussehen. Verbreitet und falsch ist die Annahme, solche Platten seien gefährlicher Abfall: Das Umweltbundesamt stellt ausdrücklich das Gegenteil fest, weil der Grenzwert für den Gefahrenhinweis H361 bei 3 % liegt. Sie laufen unter derselben Schlüsselnummer 17 06 04 wie HBCD-freie. Was sie unterscheidet, ist die POP-Eigenschaft: Ab 1.000 mg/kg greifen Getrenntsammlung, Vermischungsverbot und Nachweispflicht. Für Sie heißt das dasselbe — nicht in den gemischten Container —, aber die Begründung ist eine andere, und nur sie ist belegbar.

Fundstellen: Umweltbundesamt — Wie werden HBCD-haltige Dämmstoffe abfallrechtlich eingestuft? · POP-Abfall-Überwachungsverordnung

HBCD in Dämmstoffen: häufige Fragen

Ist HBCD-Styropor gefährlicher Abfall?

Nein, und das ist der verbreitetste Irrtum bei diesem Material. Das Umweltbundesamt stellt ausdrücklich fest, dass HBCD-haltige Dämmstoffe nicht als gefährlicher Abfall einzustufen sind — der Grenzwert für den Gefahrenhinweis H361 liegt bei 3 % und wird bei Weitem nicht erreicht. Getrennt gehalten werden müssen sie trotzdem, aber wegen der POP-Eigenschaft und nicht wegen einer Gefahreneinstufung.

Woher weiß ich, ob meine Platten HBCD enthalten?

Über das Einbaujahr. Bis zum 22. März 2016 hergestellte und bis zum 22. Juni 2016 verbaute EPS- und XPS-Platten enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit HBCD; danach eingebaute nicht. Am Material ist es nicht zu erkennen. Wo das Jahr unklar ist, gehen Sie vom älteren Fall aus — die Folge ist nur ein eigener Container, kein Schutzaufwand.

Gilt das auch für die Styroporschale vom Fernseher?

Nein. Verpackungsstyropor wurde nie flammgeschützt und fällt nicht unter diesen Sonderfall. Sauberes Verpackungsstyropor in Haushaltsmenge gehört in die Gelbe Tonne, größere Mengen zum Wertstoffhof. Die Verwechslung ist der Grund, warum Sie beim Container das Einbaujahr nennen sollten.

Warum ist die Entsorgung trotzdem teurer als bei normalem Bauabfall?

Weil sie einen eigenen Weg braucht: getrennte Sammlung, getrennte Beförderung, Nachweis- und Registerpflichten bei Beförderer und Entsorger, und am Ende eine Anlage, die den Stoff zerstört statt ihn im Kreislauf zu lassen. Das Volumen kommt dazu — Dämmplatten füllen den Container, ohne ihn zu belasten.

Primärquellen

Portrait — echtes Foto oder keines

Geprüft und freigegeben von Matthias Lugert · · Über mich · Methodik

Änderungsverlauf

Zuletzt geändert am : Erstveröffentlichung. Pflichten je Aussage an das UBA-Fachurteil zur abfallrechtlichen Einstufung und an §§ 3 bis 5 POP-Abfall-Überwachungsverordnung belegt. Die Seite widerlegt ausdrücklich die verbreitete Annahme „gefährlicher Abfall“, weil dieser Irrtum zwar zum richtigen Handeln führt, aber aus dem falschen Grund — und ein falscher Grund lässt sich nicht belegen. Ohne Preisangabe und ohne Vermittlung.