Alte Medikamente entsorgen: Restmüll oder Schadstoffsammlung?
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Kurz gesagt
Alte Medikamente gehören in den meisten Kommunen in die Restmülltonne, sonst zur Schadstoffsammlung — im Zweifel nachfragen. Niemals in Toilette oder Ausguss.
Weg Restmüll · Achtung Niemals in die Toilette und niemals in den Ausguss
Medikamente entsorgen: Wege und Kosten
In den meisten Kommunen dürfen Altmedikamente in die Restmülltonne, weil der Restmüll dort verbrannt wird. Bundesweit gilt das nicht: Wo er mechanisch-biologisch behandelt wird, verlangen die Entsorgungsträger die Schadstoffsammlung. Apotheken nehmen Medikamente nur freiwillig zurück. In Toilette oder Ausguss gehören sie nirgends — auch flüssige nicht.
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Restmüll (Tabletten, Kapseln, Salben, Tropfen — verschlossen, kindersicher)
empfohlen Kommunal verschiedenErlaubt, wenn Ihr Entsorgungsträger den Restmüll verbrennt — dann werden die Wirkstoffe zerstört. Wird er mechanisch-biologisch behandelt, gilt stattdessen die Schadstoffsammlung.
AVV 20 01 32 Freie und Hansestadt Hamburg, BUKEA — Altmedikamente: „Die Entsorgung über den Hausmüll, das heißt die Restmülltonne, ist der erlaubte Weg. Der Restmüll aus Hamburg wird zu 100 Prozent verbrannt, dabei werden alle Wirkstoffe vollständig zerstört.“
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Sondermüll (Zytostatika, Impfstoffe, Hormonpräparate — laut Beipackzettel ausgeschlossen)
Können Sie selbst hinbringenkommunal verschieden
Schadstoffmobil oder Annahmestelle nehmen Altmedikamente überall entgegen — bei mechanisch-biologischer Behandlung ist er sogar vorgeschrieben. Für Haushaltsmengen meist kostenlos, die Grenze setzt Ihre Satzung.
AVV 20 01 32 gewöhnliche Altmedikamente aus dem Haushalt, ohne Sternchen und damit kein gefährlicher Abfall AVV 20 01 31* zytotoxische und zytostatische Arzneimittel, mit Sternchen und damit gefährlicher Abfall Landkreis Emmendingen — Schadstoffsammlungen für Privatpersonen: Altmedikamente stehen in der Annahmeliste; „Altmedikamente sollen aus Umweltschutzgründen ebenfalls nur über die Schadstoffsammlung und nicht über die Restmülltonne entsorgt werden“, weil der Restmüll dort mechanisch-biologisch behandelt wird
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Händlerrücknahme (Apotheke, freiwillig — vorher fragen)
Nur in bestimmten FällenViele Apotheken nehmen Altmedikamente freiwillig an — eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht. Fragen Sie vorher nach und rechnen Sie mit einem Nein.
ABDA — Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Faktenblatt „Entsorgung von Altmedikamenten“, Stand August 2026: „Für Apotheken besteht keine gesetzliche Verpflichtung, nicht verbrauchte Medikamente anzunehmen. Dennoch bieten viele Apotheken einen freiwilligen Rücknahme-Service an und tragen die Kosten für die Entsorgung.“
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Papiertonne / Blaue Tonne (Pappschachtel, Beipackzettel — restlos leer)
Nur in bestimmten FällenNur die leere Umverpackung, niemals der Inhalt — Pappschachtel und Beipackzettel in die Papiertonne. Blister mit Tabletten sind keine leere Verpackung.
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg — Arzneimittel: „Verpackungen aus Pappe/Karton geben Sie zum Altpapier, Kunststoff- oder Metallverpackungen in den gelben Sack beziehungsweise in die Wertstofftonne.“
Medikamente entsorgen: was nicht erlaubt ist
- Niemals in die Toilette und niemals in den Ausguss — das Umweltbundesamt schreibt es in Großbuchstaben und begründet es: „Kläranlagen [können] nicht alle im Abwasser enthaltenen Substanzen zurückhalten." Nachgewiesen sind Folgen — eine Verweiblichung männlicher Fische unterhalb von Kläranlagenabläufen und Nierenschäden bei Forellen durch das Schmerzmittel Diclofenac. Für flüssige Mittel wie Hustensaft oder Augentropfen gilt es genauso: Sie gehören samt Behältnis in die Tonne.
- Nicht offen und nicht obenauf in die Tonne — bei Entsorgung über den Hausmüll ist laut Umweltbundesamt sicherzustellen, „dass kein missbräuchlicher Zugriff (z. B. durch Kinder, zur Vermeidung von Vergiftungen) auf diese Abfälle erfolgen kann" — die Reste also nach unten legen oder in Papier einwickeln.
- Keine Tabletten und keine Reste in die Papiertonne — dorthin gehören ausschließlich die leere Pappschachtel und der Beipackzettel. Was noch Wirkstoff enthält, bleibt beim Restmüll oder der Schadstoffsammlung.
- Keine gefüllten Blister in die Gelbe Tonne — das Bayerische Landesamt für Umwelt lässt dort „nur geleerte Blister und andere saubere Verpackungen (Primärpackmittel)" zu. Ein Blister mit Tabletten ist keine Verpackung mehr, sondern das Medikament.
- Keine Zytostatika über den Hausmüll — sie tragen den eigenen AVV-Schlüssel 20 01 31* mit Sternchen und sind damit gefährlicher Abfall — anders als die übrigen Arzneimittel unter 20 01 32. Sie gehören zur Schadstoffsammlung oder zu einer Apotheke, die sie annimmt. Denselben Weg nennt das Bayerische Landesamt für Umwelt für Impfstoffe und hoch dosierte Hormonpräparate.
- Spritzen und Kanülen nicht lose in die Tonne — sie gehören nach den Hinweisen des Bayerischen Landesamts für Umwelt zuerst in einen handelsüblichen Kanülenbehälter — ersatzweise in eine dickwandige Flasche mit Gefahrenhinweis — und dann verpackt in die Restmülltonne. Lose verletzen sie die Leute, die die Tonne leeren.
- Nicht auf Verdacht in den Restmüll — wenn Ihr Träger nicht verbrennt: Wo der Restmüll mechanisch-biologisch behandelt wird, verlangen die Träger die Schadstoffsammlung. Belegt ist das für die Landkreise Emmendingen und Ortenaukreis (Baden-Württemberg) sowie Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau (Bayern) — es sind Beispiele, keine vollständige Liste. Ein Anruf bei der Abfallberatung klärt es.
Medikamente entsorgen: häufige Fragen
Darf ich Medikamente in der Toilette herunterspülen?
Nein, und zwar nirgends in Deutschland. Das Umweltbundesamt schreibt: „Überall gilt jedoch: Medikamente NIEMALS über Toilette oder Spüle entsorgen!" Der Grund ist die Kläranlage — sie kann „nicht alle im Abwasser enthaltenen Substanzen zurückhalten". Auch das BfArM sagt: „Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser."
Muss die Apotheke meine alten Medikamente zurücknehmen?
Nein. Die Rücknahme ist freiwillig — das sagt die Apothekerschaft selbst: Im Faktenblatt der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände heißt es, für Apotheken bestehe „keine gesetzliche Verpflichtung, nicht verbrauchte Medikamente anzunehmen". Das Umweltbundesamt führt den Weg als „Entsorgung über Apotheken auf freiwilliger Basis". Fragen Sie vorher nach.
Sind abgelaufene Medikamente gefährlicher Abfall?
Abfallrechtlich nicht. Im Abfallverzeichnis trägt der Eintrag 20 01 32 „Arzneimittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 20 01 31 fallen" kein Sternchen und ist damit kein gefährlicher Abfall. Ein Sternchen tragen nur zytotoxische und zytostatische Arzneimittel unter 20 01 31*.
Woran erkenne ich, dass ein Mittel nicht in den Hausmüll darf?
Am Beipackzettel: Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt als Erkennungsmerkmal: „Der Hinweis ‚Das Arzneimittel darf weder im Abwasser noch im Haushaltsabfall entsorgt werden' in der Gebrauchsinformation deutet auf gefährlichen (Problem-)Abfall hin." Auch Gefahrenpiktogramme sind ein Hinweis. Zytostatika sind auf der Verpackung ausgewiesen. Dann führt der Weg zur Schadstoffsammlung.
Wie finde ich heraus, was in meiner Kommune gilt?
Über zwei Wege, beide kostenlos. Das Umweltbundesamt und das BfArM verweisen auf arzneimittelentsorgung.de — dort lässt sich über die Postleitzahl abfragen, welche Entsorgungswege örtlich empfohlen werden. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer kommunalen Abfallberatung: Wird der Restmüll verbrannt oder mechanisch-biologisch behandelt?
Was mache ich mit der Verpackung?
Getrennt vom Inhalt. Die Pappschachtel und der Beipackzettel gehören ins Altpapier, leere und saubere Blister sowie Kunststoff- und Metallverpackungen in die Gelbe Tonne. Solange noch Wirkstoff drin ist, gilt das Gegenteil: Das Umweltbundesamt schreibt, flüssige Mittel seien „mitsamt ihrem Behältnis" zu entsorgen — dann ist es „wichtiger zu vermeiden, dass Arzneistoffe ins Wasser gelangen", als die Flasche zu recyceln.
Wie trennt man Verpackung und Medikamentenrest richtig?
Hamburg formuliert es in einem Satz: „Die Pappschachtel und den Beipackzettel in die blaue Papiertonne, Medikamentenreste in die Restmülltonne." Baden-Württemberg ergänzt: Kunststoff- und Metallverpackungen gehören in den gelben Sack oder die Wertstofftonne.
Ist die Schadstoffsammlung bei Medikamenten Pflicht?
Nicht überall, aber wo Kommunen den Restmüll mechanisch-biologisch behandeln, ja. Der Landkreis Emmendingen schreibt, Altmedikamente sollten „nur über die Schadstoffsammlung und nicht über die Restmülltonne" entsorgt werden — für Haushaltsmengen kostenlos.
Geprüft und freigegeben von Matthias Lugert · · Über mich · Methodik
Änderungsverlauf
Zuletzt geändert am : Erstveröffentlichung. Drittstärkstes gemessenes Substrat der Objektachsen-Messung: 14.800 SV Sachfrage über acht Keywords bei CPC 0,14 €, mit der Regelfrage sichtbar im Korpus (`medikamente entsorgen restmüll` 390, `medikamente hausmüll` 140). T3-Seite: Gesundheitsnähe, keine Werbung, keine Leads, keine medizinischen Aussagen. Die Restmüll-Antwort ist mit zwei gegensätzlichen kommunalen Primärbelegen abgesichert (Hamburg: Restmüll erlaubt · Landkreis Emmendingen: nur Schadstoffsammlung) und dem Mechanismus dahinter, den zwei Landesbehörden benennen — Verbrennung gegen mechanisch-biologische Behandlung.